Nachhaltiger Bootsbau

BS750 Rohbau

Gründer Christian Wehner

Moin, ich bin Bootsbauer und studierter Betriebswirt. Meine Leidenschaft sind Boote; deswegen habe ich Bootsbau gelernt. Besonders Segelboote haben es mir angetan. Beaconax habe ich gegründet, um Boote zu bauen - weniger Mainstream mehr Individualität! Also keine Wohnschiffe. Hier werden Boote gebaut, die Segelspaß und Vielfältigkeit garantieren und nachhaltiger gefertigt werden in einer Hybrid-Kompositbauweise.

September 18, 2021

Moin Leute, 

ich habe mir diesmal ein wenig Zeit gelassen. Es war einfach viel los und einige Projekte mussten besprochen werden. Und um die Entstehung der Projekte geht es in diesem Beitrag, denn das ist oftmals eine schmutzige Sache, die nicht optimal ist. Im Bootsbau kommen dann auch noch erschwerte Situationen hinzu, weil es ein paar falsche Annahmen bei Kunden gibt und mit diesen Vorurteilen gilt es aufzuräumen. 

Die Produktion von Booten ist nicht immer eine besonders gesunde Sache. Als ich 2007 mit der Lehre zu Bootsbauer begann galt Epoxidharz gerade als tolles Mittel und wir verwendeten es in meinem Ausbildungsbetrieb viel häufiger als ungesättigte Polyesterharze. Die Vor- und Nachteile will ich hier gar nicht vertiefen aber im Laufe der Jahre konnte ich sehen, dass einige Kollegen Probleme mit den Ausdünstungen hatten. Einige entwickelten Allergien und konnten ihren gelernten Beruf nicht mehr ausüben. Später dann, als ich für einen Serienbetrieb mit administrativen Aufgaben betraut war, sagte ein HNO-Arzt nach einer Besichtigung zu mir, dass es an sich ein tolles Boot sei, er aber weder selbst noch seine Kinder in einer solchen Kunststoffhölle schlafen lassen würde. Die Ausdünstungen empfand er als extrem. Das Boot war zwar relativ neu, aber man konnte das Styrol wirklich riechen und das auch danach noch ziemlich lange. Simultan betrachtete ich die Entwicklungen im Bootsbau und hier wurde auf Kunststoffsubstitution gesetzt im 1 zu 1. Das empfinde ich als teilweise schwierig, denn damit ist häufig ein Formbau einhergehend, der eben nicht nachhaltig stattfindet. Und deshalb ist es für mich nicht der Weisheit letzter Schluss. In anderen Bereichen erlebten zudem regenerative Werkstoffe eine Renaissance und so überlegte ich, ob nicht eine hybride Bauweise sinnvoller wäre. Aus meiner Sicht erlaubte es die Substitution gemäß sinnvollen und sicherheitsrelevanten Aspekten und Anforderungen.  

Heute finden noch 160 Kg Harz und GfK den Weg in mein kleines Boot – Tendenz sinkend. Ziel war eine hohe Haltbarkeit und die Reparaturfähigkeit. Beides ist bei meinen hybriden Booten unstrittig gegeben. Allerdings muss man hier noch mit ein paar Vorurteilen aufräumen, die GfK-Bootsverfächter gerne anführen. Aber bleiben wir hier zunächst am Thema Nachhaltigkeit hängen. Nachhaltigkeit konzentriert sich auf eine gewisse Kreislaufwirtschaft bzw. eine Wertschöpfung, die sich auf eine Regenerationsfähigkeit konzentriert. Dies ist im modernen Bootsbau fast nicht möglich, aber man kann enormen Einfluss nehmen. Und aus meiner Sicht ist nur mittels einer hybriden Fertigungstechnik die Möglichkeit gegeben eine optimierte und maximal nachhaltigere Fertigung zu erreichen. Dabei verwenden wir das Beste aus zwei Welten und das passt auch gut, denn wir bauen ja customized und gewähren so eine sehr starke Individualisierung und gewährleisten dabei eine hohe Ausstattung und eine nachhaltigere Fertigung und Bauweise.  

Wir bauen auf einem wiederverwendbaren Mallengerüst auf einer Helling. Als Kompositkern zwischen den Kunststofflagen werden Zedernholz und Bootsbausperrholzverwendet. Ihr habt es euch vielleicht schon gedacht, der Kunststoff hat keine tragenden Aufgaben, sondern vielmehr Finish- und Haltbarkeitsaufgaben. Das führt nicht nur zu pflegeleichteren Produkten mit dem höherwertigen Finish, sondern ist für den Kunden und den Bootsbauer gesünder und für die Umwelt auch.  

In diesem Sinne –ne handbreit! 

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