Sicherheit auf kleinen Booten

Aufriggen Inbetriebnahme BS750

Gründer Christian Wehner

Moin, ich bin Bootsbauer und studierter Betriebswirt. Meine Leidenschaft sind Boote; deswegen habe ich Bootsbau gelernt. Besonders Segelboote haben es mir angetan. Beaconax habe ich gegründet, um Boote zu bauen - weniger Mainstream mehr Individualität! Also keine Wohnschiffe. Hier werden Boote gebaut, die Segelspaß und Vielfältigkeit garantieren und nachhaltiger gefertigt werden in einer Hybrid-Kompositbauweise.

September 18, 2021

Moin Zusammen,

meinen heutigen Beitrag widme ich dem Thema Sicherheit. Aber keine Sorge, es wird kein Runtergebete oder der Zeigefinger werden. Vielmehr nehme ich euch mit in einen Teil meiner Gedankenwelt. Also widme ich mich gar nicht so sehr der Ausrüstung, sondern eher den Gefahrenstellen, Risiken und den Aspekten, die zu bestimmten Anpassungen bei meinen Bluestorm Booten/Yachten geführt haben. Das passt auch ganz gut, denn einen Aspekt habt ihr schon gesehen, dass ist der hydrodynamisch optimierte schwenkbare Kimmkiel für die BS750 und BS800 und wahlweise auch für die BS900. Diese Innovation beruht auf den Erfahrungen der BS700 die sehr rassig ist und eher Jollenkreuzer als Kielyacht. Ziel war bei gleicher Gewichtsverteilung ein besseres aufrichtendes Moment zu erhalten und stabilere Segeleigenschaften, besonders am Wind – eben auch um ein familientauglicheres und damit auch sichereres Boot zu erhalten. Denn Gewicht tief reinzupacken und einfach eine andere Prozentzahl relativ zum Gesamtgewicht zu erhalten ist ja nicht der Weisheit letzter Schluss. Also leichte Finne mit Bleibombe und los kann es gehen. Die BS750 hat bereits einen Winkel der Abnehmenden-Stabilität von über 110 Grad, kentern ist also nicht so leicht.

Wie dem auch sei, was gehört noch zu Sicherheitsaspekten auf Booten? Für mich ist das ganz klar ein geschlossenes, aber selbstlenzendes Cockpit. Auf der hinteren Kante am Steuerrad oder Pinne stehen oder sitzen, dass muss ja nun wirklich nicht sein. Ich finde es immer gut zu wissen, dass man nicht direkt weg ist bei einem Fehltritt. Daneben habe ist die Bluestormreihe so ausgelegt, dass die Rettungsinsel sehr gut zugänglich ist, direkt unter einer Süllkante am Spiegel und somit direkt im Cockpit stationiert. Zudem haben wir uns gegen eine am Spiegel montierte Außenbordhalterung entschieden und arbeiten, sofern man nicht auf einen Elektropodantrieb setzt auf einen Motorenschacht im Cockpit, ebenfalls aus Sicherheitsgründen und für eine leichtere Bedienung und Nutzung speziell im Hafen. Damit umgehen wir die Problematik sich über die Bootsgrenzen hinausbeugen und umständlich agieren zu müssen.  Ferner ist damit auch die Schaftlänge weniger bedeutsam (Freilauf der Schraube) bei Wellengang oder falscher Gewichtsverteilung. Die Koordination von Pinne und Motor ist zudem einfacher, weil man dies bequem im Cockpit erledigen kann. Der Motor stört dabei nicht, alternativ ist natürlich ein E-Pod-System möglich, was dem Ganzen noch einen draufsetzt. Um sicheres Segeln zu ermöglichen habe ich mich für eine höhere Standardausstattung entschieden. Das setzt zwar den Einstiegspreis hinauf aber dafür ist eben auch alles Wichtige zum “unbegrenzten” Segeln dabei und das erhöht die Sicherheit ebenfalls, weil es die Handhabung vereinfacht. Also mein Beitrag damit ihr euch auf den Bluestorms sicher fühlen könnt.

Wenn wir diese Besonderheiten der Bluestorm mal beiseite schieben, gibt es natürlich auch generelle Tipps, um die Sicherheit zu erhöhen. So ist es sinnvoll die Crew in das jeweilige Vehikel einzuweisen und damit Besonderheiten zu erläutern aber auch die korrekte See-WC-Benutzung etc. und dafür zu sorgen, dass jedes Mitglied weiß wo was ist und wie das Hilfsmittel richtig benutzt wird und in welchen Situationen es angewendet wird. Als Schiffsführer sollten natürlich auch die Rettungsmittel immer gewartet sein und z.B. Westen zur jeweiligen Gewichtsklasse passen. Ich beobachte auch immer das Wetter und plane meine Törns zudem anhand der Großwetterlage und habe schon einige Tage im Vorfeld das Wetter im Blick, das verändert zwar manchmal die Planung aber wenn ich damit Risiken umgehen und gefährlichen Situationen vorbeugen kann, ist das richtig und wichtig. Für mich gehört dies auch zum Abenteuer dazu. Das ist auch der Grund, warum ich meistens schon ein paar Tage vor dem eigentlichen Törn auf dem Boot lebe. Und der Spruch aus der Bootsbauerausbildung eine Hand für das Boot und eine für einen selbst besitzt noch heute Gültigkeit.

Ne handbreit!

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